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Ein paar Argumente gegen den BMI

Der Body-Mass-Index, kurz BMI, wird heute noch oft benutzt, um festzustellen ob man übergewichtig ist.

Die Formel zur Berechnung lautet Gewicht in kg geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. (kg/m²). Im Internet gibt es aber auch Rechner, die einem die Arbeit abnehmen.

Ein Ergebnis unter 18,5 bedeutet Untergewicht, zwischen 18,5 und 24,9 Idealgewicht, zwischen 25.0 und 29.9 Übergewicht und ab 30.0 Fettleibig.

Diese Formel wurde vor etwa 200 Jahren von einem Belgier namens Lambert Adolphe Jacques Quetelet entwickelt. Er selbst war weder Biologe, noch Physiker, noch Ernährungswissenschaftler, sondern Mathematiker. Quetelet hat damals klar gesagt, dass die Formel nicht dazu dienen soll den Fettgehalt einer Person zu bestimmen.

Es lassen sich leicht weitere Argumente gegen die Nutzung des BMI finden:

  1. Quetelet hat die Formel damals aus einer vorliegenden Menge von Personendaten (Gewicht und Größe) bestimmt. Damit die Ergebnisse auch den Daten entsprachen, musste er in der Formel das Quadrat (kg/) anbringen. Es gibt keinen anderen Grund die Größe eines Menschen zu quadrieren. Er bringt noch nicht einmal eine leicht messbare und vor allem aussagefähige Größe, wie den Bauchumfang in seine Berechnung ein.
  2. Der BMI lässt den Einfluss von Knochengröße, Körperfett und Muskelmasse völlig außer acht. Dabei spielen diese Dinge eine große Rolle. Würde ein Bodybuilder oder sonstiger sportbegeisterter, durchtrainierter Mensch seinen BMI bestimmen, ist er laut dessen aller Wahrscheinlichkeit nach übergewichtig. Mein Körperfettanteil liegt derzeit bei ca. 8%. Mein BMI beträgt 23,5. Also schon nahe am Übergewicht. Das passt einfach nicht zusammen.
  3. Wenn man sagt „Der BMI  ist ein verlässlicher Nachweis für den Fettgehalt eines Menschen“, ist das einfach unlogisch. Wenn ich z.B. sage „Morgen lege ich mich ins Freibad“, dann kann man daraus schließen, dass morgen schönes Wetter ist. Logisch. Das funktioniert aber nicht anders herum! Aus „Morgen ist schönes Wetter“ kann man nicht schließen, dass ich morgen ins Freibad gehe. Ich könnte genausogut Joggen gehen. Quetelet war der Ansicht, dass dicke Leute einen hohen BMI haben müssen. Aber genau wie mein Wetterbeispiel funktioniert dies nicht anders herum. Ein hoher BMI bedeutet nicht, dass man übergewichtig ist. Es könnte bedeuten, dass man in bester körperlicher Verfassung ist.
  4. Die BMI Formel ist wie gesagt 200 Jahre alt. Sie basiert also auch auf dem Verhalten der Menschen vor 200 Jahren. Die meisten führten ein Arbeiterleben und waren sportlich nicht aktiv. Die Formel impliziert einen hohen Körperfettgehalt und eine niedrige Muskelmasse. Sie passte relativ gut für die meisten damaligen Menschen, doch heutzutage ist man aktiver, isst anders und führt einen anderen Lebensstil.
  5. Die Formel drängt zum Schubladendenken. Klare Abstufungen zwischen  Idealgewicht, Übergewicht, Fettleibigkeit, abhängig nur von einer Dezimalstelle. Ist jemand, der mit einem BMI von 30 noch fettleibig ist, mit 29.8 auf einmal nicht mehr fettleibig?
  6. Es gibt Krankenversicherungen, die sich von ihren Mitgliedern höhere Beiträge zahlen lassen, wenn man einen hohen BMI hat. Und ein hoher  BMI bedeutet ja nicht notwendigerweise, dass man dick ist.
  7. Der BMI ist das Standardverfahren zur Bestimmung der körperlichen Verfassung geworden, sodass auch Ärzte das Verfahren noch zu oft verwenden. Eine einfache Körperfettmessung würde schon viel bessere Ergebnisse liefern.

Fazit: Der BMI gibt für sportlich nicht aktive Personen allenfalls einen groben Einblick in ihren körperlichen Zustand. Ob man abnehmen sollte, sollte nicht nur mit Hilfe des BMI entschieden werden.

fit.gg
One comment
  1. Michael

    Guter Beitrag. Ich persönlich finde den KFA viel wichtiger. Allerdings ist der auch nicht so leicht wie der BMI zu bestimmen. Die Waagen kann man da ja vergessen.

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